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​Instrument: Harfe

Harfenlehrerin: Alice Aubert

Ausbildung: Ergotherapie an der ZHAW

Salome Wyssbrod

Harfe im Gespräch

«Bei Arco Fiati hat man es gut miteinander. Das macht für mich sehr viel aus.»

​Interview

​Salome Wyssbrod spielt bei den Weihnachtskonzerten 2026 mit Arco Fiati. Im Gespräch mit Daniel Kuhn erzählt sie, wie sie zur Harfe kam, was das Instrument aussergewöhnlich macht und worauf es beim gemeinsamen Musizieren ankommt.

Interview (17.10.2026) : Daniel Kuhn

​Wie bist du zur Harfe gekommen?

​Meine Eltern haben mich an einen Tag der offenen Tür der Musikschule mitgenommen. Dort habe ich verschiedene Instrumente ausprobiert. Fagott fand ich auch sehr cool. Zum Schluss waren wir bei der Harfe. Die Lehrerin war nett, und ich konnte einfach losspielen. Meine Eltern erzählen, ich hätte gesagt, die Harfe sei bequem, weil man sich hinsetzen und spielen könne. Mir hat aber auch die Musik gefallen und dass man auf der Harfe so viele verschiedene Dinge machen kann.

​Was gefällt dir besonders an der Harfe?

​Ich spiele zum Beispiel Flamenco oder das Stück «Afrika». Da muss man auf das Instrument schlagen und klopfen. Das klingt manchmal gar nicht mehr nach Harfe. Das finde ich sehr cool. Man kann auch mit den Pedalen ungewöhnliche Geräusche machen oder improvisieren. Und dann kann man wieder ganz klassisch spielen.

​Welche Klänge würden das Publikum überraschen?

​Flageoletttöne zum Beispiel. Man zupft eine Saite, und sie klingt eine Oktave höher. Ich kann auch eine Saite anzupfen und dann mit einem Schraubenzieher daran hoch- und runterfahren. Oder in den Körper der Harfe hineinsingen. Das kennen viele nicht.

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​Was sieht beim Harfenspielen leicht aus, ist aber schwierig?

​Das Zupfen. Am Anfang klingt es eigentlich recht gut, egal, wie man zupft. Wenn der Klang aber zu einem bestimmten Stück passen soll, wird es schwierig. Da muss ich herausfinden, wie ich die Saiten greifen muss. Oder meine Lehrerin sagt mir, dass ich kräftiger oder weniger kräftig zupfen soll. Das braucht viel Übung.

​Wer hat dich auf deinem Weg mit der Harfe unterstützt?

Meine Harfenlehrerin Alice Aubert. Sie hat sehr viel für mich gemacht und mich auch gefordert. Sie wusste, dass sie bei mir mehr herausholen kann. Dann meine Eltern: Ich habe mit sechs Jahren angefangen und musste schon als Kind jeden Tag üben, ausser am Wochenende. Nicht lange, aber das hat sicher etwas gebracht. Meine Eltern fahren mich mit der Harfe herum und kommen an Konzerte. Meine Grosseltern kommen auch sehr gerne und fragen, was ich gerade spiele.

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Wie wurde die Harfe zu einem festen Teil deines Alltags?

​Ich habe gemerkt, dass ich gerne Konzerte und Wettbewerbe habe. Ich kann zeigen, was ich kann, und den Leuten Freude machen. Später war ich in der Talentförderung der Musikschule. Da musste ich eine Stunde am Tag üben und bekam etwa anderthalb Stunden Unterricht. Das hat viel gebracht. Ich bin nach Hause gekommen und habe zuerst Harfe geübt. Manchmal hatte ich keine Lust. Wenn ich das Stück dann konnte, war es gut.

​Hast du auch einmal ans Aufhören gedacht?

​Nein, noch nie. Aber wenn ich ein neues klassisches Stück habe, mit einem komplizierten Rhythmus, vielen Noten und Pedalwechseln, ist das Üben manchmal mühsam. Meine Lehrerin und ich haben gemerkt, dass ich ohne Druck weniger gut übe. Wenn ich weiss, dass ein Konzert oder Wettbewerb bevorsteht, geht es besser. Sonst spiele ich lieber Stücke, die ich schon kann.

​Wie bereitest du dich auf einen Auftritt vor?

​Früher habe ich meistens eine Stunde am Tag geübt, manchmal weniger, manchmal mehr. Vor Konzerten und Wettbewerben war es in der Woche vorher sehr intensiv. Entweder konnte ich etwas noch nicht, oder ich dachte, ich könne es noch nicht. Dann habe ich auch anderthalb Stunden gespielt.

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​Spürst du das Spielen auch körperlich?

​Ja. Nach längerem Üben habe ich manchmal Rückenschmerzen. An meiner Haltung muss ich immer noch arbeiten. Und ich spiele mit den Händen manchmal recht verkrampft. Ich muss darauf achten, dass sie locker bleiben. Ich glaube, bei der Haltung ist man nie fertig mit Üben.

​Wie kommst du mit der Harfe an einen Konzertort?

​Ich packe sie in ihre normale Hülle und dann in eine Transporthülle. Mit einem Wägelchen bringe ich sie zum Auto. Zum Einladen müssen wir zu zweit sein. Stuhl, Teppich, Notenständer, Ersatzsaiten, Stimmschlüssel und Noten kommen auch mit.

Meistens bin ich ein bis zwei Stunden vor dem Auftritt dort, manchmal schon drei Stunden vorher. Die Harfe muss sich an den Raum und die Luftfeuchtigkeit gewöhnen. Dann stimme ich sie, spiele mich ein und höre, wie der Saal klingt. Danach stimme ich nochmals. Und vor dem Konzert oft wieder. An einem anderen Ort hält sie die Stimmung nicht so gut.

​Was ist beim gemeinsamen Musizieren anders als beim Solospiel?

​Ich kann nicht einfach mein Ding durchziehen. Man muss miteinander kommunizieren und wissen, wann was zusammen sein muss. Im Orchester schaue ich auf den Dirigenten und höre auf die anderen: Werden sie langsamer oder schneller? Muss ich lauter oder leiser spielen? Auch beim Stimmen muss ich mich danach richten, mit wem ich spiele.

​Warum hast du bei Arco Fiati zugesagt?

Wegen der Anfrage. Wenn ich Harfe spielen kann, habe ich noch nie Nein gesagt. Solche Chancen muss man packen. Mit Orchestern habe ich schon ein paar Mal gespielt. Da kann ich noch viel lernen. Bei Arco Fiati hat man es gut miteinander. Das macht für mich sehr viel aus.

​Was gefällt dir am Konzertprogramm besonders?

​Beim «Blumenwalzer» finde ich das Solo sehr schön. Die «Bergamasca» von Respighi gefällt mir, weil sie so schnell ist. Ich habe gerne schnelle Stücke. Die «Sicilienne» finde ich auch sehr schön, mit der Harfe dazu und der ganzen Atmosphäre.

​Wie schaffst du es, dass man die Harfe im Orchester hört?

​Ich muss laut spielen, ohne dass es hart klingt. Die Saiten muss ich trotzdem gut greifen. Das muss man üben. Und ein bisschen Mut braucht es auch. Wenn ich zu fein spiele, hört man mich nicht richtig. Es packt die Leute dann auch weniger.

Was machst du, wenn du nicht gerade Harfe spielst?

​Ich studiere Ergotherapie an der ZHAW und arbeite noch 20 Prozent in einem Altersheim. Sonst mache ich gerne Sport. An der Ergotherapie finde ich interessant, dass man jemandem etwas beibringen kann. Und man kann dort auch kreativ sein und basteln.

​Wie geht es für dich mit der Harfe weiter?

​Ich bin aus dem Talentförderprogramm ausgestiegen und übe weniger. Unter der Woche wohne ich in Winterthur. Die Harfe habe ich im Moment nicht dort. Deshalb spiele ich vor allem am Wochenende, wenn ich zu Hause bin.

Es ist jetzt mehr ein «Ich darf Harfe spielen» als ein «Ich muss üben». Ich hoffe, dass ich noch kleinere Projekte machen und an Hochzeiten spielen kann. An Wettbewerben möchte ich nicht mehr teilnehmen. Aber schon nach ein paar Wochen ohne Harfe bin ich froh, wenn ich wieder spielen kann.

​Was möchtest du dem Publikum mit auf den Weg geben?

​Dass man mit der Harfe viel mehr machen kann, als man denkt. Bei der Strassenmusik waren die Leute schon interessiert, wenn sie die Harfe gesehen haben. Gerade Jüngere denken aber auch: Ein klassisches Instrument, das interessiert mich nicht. Dann habe ich Flamenco und «Afrika» gespielt. Da schauen die Leute hin, weil sie so etwas von einer Harfe nicht gewohnt sind.

​Weihnachtskonzerte 2026

Sonntag, 13. Dezember, 15 Uhr
Reformierte Kirche Lüterkofen

Samstag, 19. Dezember, 19 Uhr
Reformierte Kirche Derendingen

Vielen Dank für das Gespräch. 

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