
Die
Harfe
47 Saiten, sieben Pedale und ein Klang, der zugleich trägt, leuchtet und den Raum öffnet.
EIN INSTRUMENT ZWISCHEN WELTEN
Uralt in der Idee.
Hochmodern in der Technik.
Kaum ein Instrument wird so unmittelbar mit Leichtigkeit und Zauber verbunden. Hinter diesem Eindruck steckt jedoch präzise Mechanik, körperliche Koordination und sorgfältige Klangarbeit. Die Konzertharfe verbindet Jahrtausende Musikgeschichte mit einer ausgeklügelten Konstruktion des 19. Jahrhunderts.
47
Saiten
7
Pedale
3
Stellungen je Pedal
6½
Oktaven Umfang
Ein Klang mit sehr langer Erinnerung
ab etwa 3000 v. Chr.
Frühe Harfen
Darstellungen aus Mesopotamien und Ägypten zeigen bogenförmige Harfen ohne die heutige vordere Säule. Die Grundidee ist bereits da: unterschiedlich lange Saiten erzeugen unterschiedliche Tonhöhen.
Mittelalter
Der stabile Rahmen
In Europa setzt sich die dreieckige Rahmenharfe durch. Die Säule stabilisiert das Instrument gegen die hohe Zugkraft der Saiten und prägt seine bis heute erkennbare Silhouette.
um 1720
Jakob Hochbrucker
Der Instrumentenbauer verbindet Haken am Hals der Harfe mit Pedalen. Tonhöhen lassen sich nun während des Spiels mit den Füssen verändern.
1810
Sébastien Érard
Seine doppelt wirkende Pedalmechanik erlaubt zwei Halbtonschritte pro Saite. Dieses Prinzip macht die Harfe chromatisch beweglich und bildet die Grundlage der modernen Konzertharfe.
TECHNIK · Sieben Pedale, 47 Saiten
Mit Händen und Füssen gleichzeitig denken
Jedes Pedal ist einem Tonbuchstaben zugeordnet: C, D, E, F, G, A oder H. Es verändert alle gleichnamigen Saiten über sämtliche Oktaven hinweg.
♭ oben · ♮ Mitte · ♯ unten
Im Hals drehen sich dabei kleine Scheiben. Ihre Stifte greifen die Saite und verkürzen ihre schwingende Länge – um einen oder zwei Halbtöne. Pedalwechsel müssen vorausgeplant werden, oft mitten in einer laufenden Phrase.

Die Pedale steuern über Gestänge in der Säule die Mechanik im geschwungenen Hals.
01
Farben als Orientierung
Alle C-Saiten sind rot, alle F-Saiten blau oder schwarz. So findet die Harfenistin auch in schnellen Passagen und über mehrere Oktaven hinweg sicher ihre Position.
02
Vier Finger pro Hand
Da der kleine Finger für die übliche Spielhaltung zu kurz ist, arbeitet jede Hand normalerweise mit Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger.
03
Klang braucht Stille
Gezupfte Saiten schwingen lange nach. Deshalb gehört gezieltes Dämpfen ebenso zur Spieltechnik wie das Anschlagen selbst.
MUSIK · Die Harfe im Orchester
Nicht nur Glitzern. Sondern Struktur.
Die Harfe ist leiser als viele Orchesterinstrumente, doch ihr klarer Tonansatz setzt sich überraschend gut durch. Komponisten nutzen sie nicht nur für Glissandi, sondern ebenso für Harmonie, Rhythmus, Übergänge und klangliche Tiefe.
01
Tragen
Akkorde und gebrochene Figuren geben Melodien ein harmonisches Fundament.
02
Zeichnen
Ein präziser Zupfklang markiert den Beginn einer Phrase oder schärft eine Basslinie.
03
Verbinden
Arpeggien und Glissandi führen von einer Klangfarbe in die nächste.
04
Leuchten
Flageoletts und hohe Register schaffen helle, schwebende Farbakzente.
WEIHNACHTSKONZERTE 2026 · Vier Begegnungen im Programm
Wo die Harfe bei Arco Fiati hörbar wird
Im diesjährigen Programm zeigt das Instrument vier verschiedene Seiten: solistisch, begleitend, farbgebend und festlich in den Gesamtklang eingebettet.
I
PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKY
Blumenwalzer
Eine ausgedehnte Harfenkadenz öffnet die Tür zum Walzer. Aus dem freien, solistischen Spiel wächst nach und nach der tänzerische Orchesterklang.
II
GABRIEL FAURÉ
Sicilienne
Fliessende Harfenfiguren tragen die berühmte Melodie und geben ihr Bewegung, ohne ihre Zartheit zu beschweren.
III
OTTORINO RESPIGHI
Bergamasca
Respighi überführt alte Lautenmusik in ein farbenreiches modernes Orchester. Die Harfe verbindet dabei historische Anmutung mit feinem Glanz.
IV
NIKOLAI RIMSKI-KORSAKOW
Polonaise
In der festlichen Tanzszene fügt sich die Harfe in Rimski-Korsakows leuchtende Instrumentation ein und erweitert die orchestrale Farbpalette.
KEIN HÖRBEISPIEL AN DIESER STELLE
Wie unterschiedlich diese vier Harfenrollen klingen, lässt sich am besten live erleben – bei den Weihnachtskonzerten von Arco Fiati.
MENSCHEN · Idee, Mechanik, Spielkunst
Menschen hinter dem Instrument
Die Harfe wurde nicht in einem einzigen Moment erfunden. Instrumentenbauer, Komponisten und Interpretinnen entwickelten ihre Möglichkeiten über Jahrhunderte weiter.
Instrumentenbauer · 18. Jahrhundert
Jakob Hochbrucker
Seine frühe Pedalmechanik machte Tonveränderungen möglich, ohne die Hände von den Saiten zu nehmen.
Instrumentenbauer · 1752–1831
Sébastien Érard
Mit der doppelt wirkenden Mechanik schuf er die technische Grundlage der heutigen Konzertharfe.
Harfenist und Komponist · 1885–1961
Carlos Salzedo
Er erweiterte Spieltechnik und Klangsprache der Harfe im 20. Jahrhundert und prägte Generationen von Harfenistinnen und Harfenisten.
DIE HARFE LIVE ERLEBEN
Weihnachtskonzerte
2026
13. Dezember 2026
15:00 Uhr
Reformierte Kirche
Lüterkofen
19. Dezember 2026
19:00 Uhr
Reformierte Kirche
Derendingen